eSociety @ FHS St. Gallen

eSociety

Digitale Technologien durchdringen zunehmend unsere Lebens- und Arbeitswelten. In der entstehenden Informationsgesellschaft spielen Informationen und Wissen eine zunehmende Bedeutung. Die global vernetzten digitalen Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen verändern Kommunikations- und Transaktionsprozesse in allen Bereichen unserer Lebensumwelten. Individuen genauso wie Unternehmen sowie sonstigen privaten und öffentlichen Organisationen verändern ihre Rollen als Teilnehmer in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Systemen.

Das ‚Web 2.0‘, auch oft als Mitmachnetz bezeichnet,  ermöglicht die Partizipation Vieler an den verschiedensten Prozessen von der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (Open Innovation), z.B. im Enterprise 2.0, über Anwendungen im Social Commerce bis zur stärkeren Beteiligung an (politischen) Meinungsbildungsprozessen (eParticipation und eDemocracy). Traditionellen Geschäftsmodellen wird zunehmend die Substanz entzogen, neue Geschäftsmodelle entstehen. Traditionelle Medien müssen ihre Rolle neben den neuen Medien neu definieren.

Den Umgang mit dieser Form der Partizipation auf der Basis der neuen Medien muss erlernt werden, die Förderung der Medien- und Informationskompetenz ist eine zentrale Aufgabe. Dabei müssen wir darauf achten, dass möglichste alle Teile der Bevölkerung an den Entwicklungen teilhaben können (eInclusion).

Der Wandel der eSociety ist im vollen Gange, viele Fragen sind aber nach wie vor ungelöst. Und noch weiss niemand, wohin die Reise wirklich geht.

Der FHS eSociety Leuchtturm

Der interdisziplinäre Forschungsbereich eSociety der FHS St. Gallen („Leuchtturm“) will zu den Herausforderungen der Informationsgesellschaft seinen Beitrag leisten startete im Herbst 2009 unter Federführung des Instituts IPM-FHS.

Unter Einbezug aller vier Fachbereiche an der FHS – Gesundheit, Soziale Arbeit, Technik und Wirtschaft – werden Fragestellungen interdisziplinär und institutsübergreifend bearbeitet, Antworten entwickelt. Innovative Lösungen für die Entwicklung der Informationsgesellschaft sind per se interdisziplinär und können deswegen kaum sinnvoll von nur einer fachlichen Disziplin entwickelt werden.

Dabei steht das Individuum im Mittelpunkt der Überlegungen, das Individuum als Bürger, als Mitarbeiter, als Konsument, als Patient, als Mensch in seinem sozialen Umfeld.

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsbereichs eSociety der FHS St. Gallen werden innovative Lösungen in konkreten Anwendungskontexten entwickelt, praxisnah einerseits, konzeptionell und methodisch fundiert andererseits. Dazu wird methodisches und funktionales Wissen zielgerichtet mit dem notwendigen Domänenwissen kombiniert.

Die bereits bestehenden Kooperationen zwischen den Fachbereichen und ihren Instituten innerhalb der FHS werden so verstärkt und am Thema eSociety ausgerichtet.

Profil

Kombination von funktional orientiertem und Domänenwissen

Einerseits wird klar ein funktional orientiertes Wissen einschliesslich der entsprechenden Methoden in den Bereichen der Technik, der Wirtschaftsinformatik und der Betriebswirtschaftslehre benötigt, dass aber nur dann zielorientiert angewendet werden kann, wenn das entsprechende Domänenwissen aus den Anwendungsbereichen wie z.B. Gesundheit, soziale Arbeit oder Betriebswirtschaft entsprechen verfügbar ist.

Verständnis der neuen Medien

Das Verständnis der Funktionsweise der neuen Medien ist eine zentrale Voraussetzung für die zielführende Umsetzung von eSociety Ideen.

Dazu gehören einerseits die Verfügbarkeit und Beherrschung von entsprechenden Methoden und Werkzeugen, um die notwendigen Informationssysteme auch technisch implementieren zu können.
Dies sind beispielsweise Werkzeuge zur Kollaboration und Interaktion, aber auch anspruchsvolle Systeme zur Navigation und Suche. Für eine möglichst ökonomische Systemgestaltung ist die Wiederverwendbarkeit der Werkzeuge zentral.

Die Realisierung von eSociety Anwendungen bedingt aber auch das Design entsprechender Prozesse unter Berücksichtigung aller Beteiligten und deren Interessen an der Lösung. Der Nutzerperspektive kommt hier besondere Beachtung zu. Durch die Entwicklung von Referenzmodellen und somit die Wiederverwendung zumindest von Teilmodellen ergeben sich wirtschaftliche Nutzenpotentiale.

Fachwissen in Anwendungsdomänen

Die Entwicklung von eSociety Anwendungen ist aber nicht ohne das detaillierte Fachwissen einer Anwendungsdomäne durchführbar. Um eine Akzeptanz bei den anvisierten Zielgruppen zu erreichen, müssen deren Bedürfnisse identifiziert und verstanden werden. Nach Möglichkeit sollen die Zielgruppen in die Entwicklungsprozesse auch direkt integriert werden, auch hier sind partizipative Vorgehensweisen notwendig und hilfreich.
So sind z.B. eHealth Anwendungen im Bereich des Patientenselbstmanagements – ein aktuelles Projekt – nicht ohne den Einbezug der Betroffenen zu realisieren. Andere Beispiele betreffen das Themenfeld Ambient Assited Living (AAL), in dem die FHS bereits aktiv ist und weitere, institutsübergreifende Projekte in Vorbereitung sind.

Die integrale mehrerer Anwendungsdomänen charakteriert den interdisziplinären Forschungsbereich eSociety der FHS St. Gallen und unterscheidet ihn von anderen Initiativen.

Das notwendige Wissen über die Zielgruppe sowie deren Einbindung bei der Entwicklung ist auch eine wichtige Voraussetzung für die zielgruppengerechte Gestaltung von Benutzungsschnittstellen zu den Systemen sowie entsprechender Schulungs- und Unterstützungsaktivitäten.

Neue Lern- und Lehrmethoden

Als Hochschule setzt die FHS St. Gallen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung konsequent auf neue Lern- und Lehrmethoden z.B. im Rahmen des e-learning – Angebots für Studierende. Neue Erkenntnisse aus der Forschung, z.B. im Bereich des Lernen und Lehrens im Kontext des ‚Web 2.0‘ und sozialer Medien, fliessen in die Gestaltung der Lehre ein. Konkrete Erfahrungen aus der Lehre werden in Forschungs- und Dienstleistungsprojekten berücksichtigt. So kann die Informations- und Medienkompetenz zielgerichtet für die Nutzer innovativer eSociety – Anwendungen entwickelt werden.

Aktivitäten

Die Zielsetzungen des interdisziplinären Forschungsschwerpunkts eSociety der FHS St. Gallen werden durch unterschiedliche Formate erreicht:

Forschungsprojekte

Im Rahmen von Forschungsprojekten erarbeiten wir Antworten auf offene Forschungsfragen. In Kooperation mit Partnern aus der Praxis werden praxisrelevante Forschungsfragen bearbeitet und konkrete Lösungsansätze auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und verfügbarer Technologien entwickelt. Die für diese Art typischen Förderungsinstitutionen sind z.B. die KTI, die Förderagentur für Innovation des Bundes, die Forschungsprogramme der EU oder das Ambient Assisted Living Joint Programme.

Dienstleistungen

Unsere Erfahrungen und unser Fachwissen aus den verschiedenen Bereichen stellen wir gerne im Rahmen von Dienstleistungsprojekten zur Bewältigung von Herausforderungen im Kontext eSociety zur Verfügung.

Veranstaltungen

Um den Wissenstransfer zu ermöglichen und alle Interessierten an unseren Arbeiten teilhaben zu lassen und deren Feedback zu erfahren, werden einerseits unterschiedliche Veranstaltungen zu Fragen der eSociety angeboten. Dazu zählt etwa die Veranstaltungsreihe „wOrt 2010 – Wissen vor Ort“ der FHS, bei der Mitarbeitende der FHS zu verschiedenen Themen referieren. Andererseits nehmen Mitarbeitende der FHS z.B. als Referenten als Konferenzen, Tagungen oder Workshops teil.

Vertreter des FHS eSociety Leuchtturms sind auch in der internationalen Sicentific Community aktiv tätig und sichern somit den wichtigen internationalen, wissenschaftlichen Austausch.

Publikationen

Im Rahmen von Publikationen verschiedenster Art informieren wir unsere Zielgruppen sowie die Öffentlichkeit über die Ergebnisse unserer Arbeiten.

Neben traditionellen Formaten publizieren die Mitarbeitenden der FHS auch Online wie beispielsweise in Weblogs oder via Twitter und nehmen so aktiv an Diskussionen zu Themen der eSociety teil.

Eine Antwort to “eSociety @ FHS St. Gallen”

  1. [...] eSociety auf. Hans-Dieter Zimmermann ist der “Leuchtturmwärter”. Im eSociety-Weblog sind Grundlagen und Ausrichtung des Vorhabens prägnant beschrieben. This entry was posted in [...]

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